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Die kindliche Fantasie kann sehr eindrucksvoll sein. Das scheint zumindest die Prämisse von Tsioque zu sein, einem Point-and-Click-Adventure, das Anfang November von einem knapp zwölfköpfigen Entwicklerteam veröffentlicht wurde. Hier spielt man eine kleine Prinzessin, die den Klauen eines finsteren Magiers entkommen muss. Dazu rätselt, experimentiert und schleicht sie sich durch ihr Schloss, um den Wachen zu entkommen. Das klingt nicht unbedingt nach der Art Spiel, in der ich für gewöhnlich meine Zeit verbringe. Point-and-Click kann jedoch erfahrungsgemäß auch sehr unterhaltsam sein, deshalb PC an und ab ins Vergnügen.

Gameplay

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Rätseln, klicken, Minispiele: Das Genre dürfte bekannt sein. Tsioque erfindet das Rad hier nicht unbedingt neu. Die bewährte Mischung macht aber trotzdem Spaß. Schon eher stört da der Schwierigkeitsgrad: Man muss an der einen oder anderen Stelle schon kurz überlegen, doch im Großen und Ganzen sind alle Rätsel schnell gelöst. Auf die etwas komplexeren Inventar-Kombinationsrätsel, die andere Genre-Vertreter sehr gerne beinhalten, verzichtet man größtenteils und manche Stellen erfordern Trial and Error, lassen sich also nicht durch logisches Denken auf den ersten Versuch lösen. Auch die Minispiele sind überwiegend recht leicht. Zwar sind sie durchaus unterhaltsam und auch recht einfallsreich, aber eine große Herausforderung? Eher nicht. Vielleicht ist Tsioque gerade deshalb gut für den Feierabend geeignet, wenn man keine Lust mehr hat, sich mit bockschweren Rätseln zu quälen.

Handlung

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Die kurze Beschreibung oben hat es vielleicht schon angedeutet: Die Handlung von Tsioque ist mehr Klischee als Innovation, das Ende absehbar. Dachte ich. Im letzten Drittel der eher kurzen Spielzeit von ungefähr drei Stunden nimmt das Spiel eine Wendung, die mich zunächst verwirrte – und dann umhaute. Aber erst einmal von vorn: Das Spiel beginnt mit einem Märchenbuch, das uns ein Erzähler vorliest. Hier erfahren wir, dass Prinzessin Tsioque, die Protagonistin, alleine mit einem (bösen) Magier im Schloss zurückbleibt, nachdem die Königin sich aufgemacht hat, mit ihrer Armee einem mächtigen Feind gegenüberzutreten. Damit die Prinzessin den Magier nicht stören kann, während er die Weltherrschaft vorbereitet, wirft er sie kurzerhand in ihr eigenes Verlies. Jetzt liegt es an uns, der Prinzessin zu helfen, erst dem Verlies zu entkommen und dann entweder aus dem Schloss zu fliehen oder die Königin zu kontaktieren. Während die Handlung zunächst eher als netter Rahmen des süßen Artstyles und des unaufgeregten Gameplays zu sehen ist, ist sie im Rückblick der eindrucksvollste Aspekt des Spiels. Einen wirklichen Wiederspielwert hat Tsioque eigentlich nicht, da die Handlung und die Rätsel bereits bekannt sind, aber mir sind bereits jetzt ein paar nette Details aufgefallen, die, nachdem man das Ende bereits kennt, erst wirklich interessant werden. Trotzdem solltet ihr euch die Handlung auf keinen Fall auch nur im Ansatz spoilern lassen. Haltet euch deshalb von den Achievements fern: Die spoilern nämlich Handlung und Rätsellösungen. Stattdessen lohnt es sich, immer die Augen offen zu halten, damit man den Humor des Spiels nicht aus Versehen verpasst. Das kann nämlich hin und wieder durchaus passieren, weshalb ihr eure Umgebung immer gründlich erkunden solltet.

Fazit

TSIOQUE – Launch Trailer

TSIOQUE – Launch Trailer

Die Handlung ist toll, entfaltet ihr Potenzial allerdings erst gegen Ende, während das Gameplay Spaß macht, aber nicht allzu sehr fordert. In Kombination mit dem niedlichen Look und dem niedrigen Preis von durchschnittlich 12 € würde ich Fans des Genres, die Lust auf ein nettes, unaufgeregtes Spiel haben, also auf jeden Fall zum Kauf raten. Die Sprachausgabe unterstützt nur Englisch und Polnisch, das Interface und die Untertitel gibt es jedoch auch auf Deutsch, wobei ich allerdings zur englischen Version raten würde, da ich hier die Formulierungen oftmals einfach passender finde.


Avatar-Kun Skywalker

Kun Skywalker

Kun Skywalker kam anfangs durch die Pokémon-Spiele zum Gaming, inzwischen gehen seine Interessen allerdings eher in Richtung Action- und Rollenspiele. Ob Fallout, Skyrim oder Assassin's Creed: Solange ein Spiel eine Open World hat, sieht er es sich zumindest einmal an. Seine Videospiel-Vorlieben werden allerdings von seiner Liebe für das Star-Wars-Franchise übertroffen. Dass er sich hier kaum eine Neuerscheinung verkneifen kann, stört vor allem seinen Geldbeutel.